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The Moscow Chamber Music Academy (MCMA)

Die Moscow Chamber Music Academy ist ein komplett neuartiges Format eines Kammermusikensembles. Es ist ein beispielloses Experiment für Symbiose von wertvollen russischen Traditionen und neusten Tendenzen der europäischen Interpretationskunst.
Die Mitglieder des Ensembles sind Absolventen renommierter russischer und internationaler Musikhochschulen und tragen somit das Qualitätssiegel der berühmten russischen Schule, die nach wie vor als Maßstab für Vollendung in der klassischen Musik gilt. Gleichermaßen werden von den Musikern zeitgemäße europäische Anforderungen erfüllt: Bereinigung des musikalischen Textes von aufgesetzten Klischees in der Interpretation, Durchdringung der ursprünglichen Intention des Autors, penible Analyse der Partitur, stilistische Präzision, größtmögliche Rekonstruktion des Originals.
Das neue Jahrhundert – das Zeitalter der Geschwindigkeiten, Informationsflüsse und Räume jenseits jeglicher Grenzen – gibt Musikern noch nie zuvor dagewesene Möglichkeiten und stellt sie dafür vor neue Herausforderungen. Die Virtuosität als solche wird heute als eine Selbstverständlichkeit erachtet. Der Grad des stilistischen und emotionalen Rafinesse der Zuhörer ist derart gestiegen, dass vor allem die Beherrschung des ästhetischen Kontextes sowie der Scharfsinn, die Frische und die Expertise in der Werkinterpretation geschätzt werden, und nicht etwa vordergründige Effekte und obeflächliche Vergeistigung. Jeder Epoche ist ein einzigartiges Flair zueigen, eine nuancenreiche individuelle Sprache, eine eigene Klangfarbe. Die sorgsame Juwelierarbeit, die die Erzeugung und Erhaltung dieses Kolorits erfordert, ist eine weltweite Tendenz bei der Werkinterpretation. Heute liegt es auf der Hand, dass durch das Ausschmücken von Barockmusik mit den Farben der russischen Romantik das Wichtigste an der Musik verloren geht: die Leichigkeit und die kostbare Fragilität des musikalischen Geflechts. Wenn eine Artikulationsphrase eines Klassikers ausgehend von der technischen Machbarkeit willkürlich verändert wird, wie es vor fünfzig oder sechzig Jahren üblich war, so wird zumeist der musikalischen Aussage eines Komponisten wie Mozart der Sinn genommen – nämlich das Absolute der Lakonie und der Vollendung.
Eine weitere Besonderheit des MCMA besteht in der Flexibilität bei der Anzahl mitwirkender Künstler angesichts des Schwerpunkts auf seltene, größere Kammermusikbesetzungen, die sonst nicht oft in Konzertprogrammen zu hören sind. So ein Ensemble auf die Beine zu stellen ist eine komplexe Herausforderung, sowohl bezüglich des Organisationsaufwands als auch bezüglich der Konzeptionsarbeit.
Den Kern des MCMA bildet das Streichquartett, das eine in sich geschlossene und äußerst universelle Konzerteinheit darstellt. Jedoch begeben sich die Musiker nach der Umsetzung einer Reihe von Quartettprogrammen von Tschajkowski, Schostakowitsch und Debussy auf neues Terrain, indem sie ihr Repertoire um weniger bekannte Partituren erweitern, wobei die Erarbeitung von Streichquintetten, -sextetten und -oktetten auf einem derart hohem Niveau verwirklicht wird, dass sie den Musikern komplette Freihet und perfektes Zusammenspiel ermöglicht, womit sie den Qualitätsanforderungen an ein Quartett in nichts nachstehen.
Zum Repertoire des MCMA zählen Kammermusikwerke aus den XVIII-XX Jahrhunderten: Mozart, Schubert, Mendelssohn Bartholdy, Brahms, Chopin, Grieg, Elgar, Debussy, Tschajkowski, Rimski-Korsakow, Schostakowitsch u.a.
Das Ensemble gastiert in Russland sowie außerhalb der russichen Landesgrenzen, so auch in Deutschland, Norwegen oder Großbritanien. Mit großem Erfolg gibt die MCMA Konzerte in renommierten europäischen Konzertsälen, zu denen die Wigmore Hall London (Dezember 2012) oder die Philharmonie Berlin (Juni 2013) zählen. 2012 kam in Deutschland die erste CD des MCMA mit Werken von Mendelssohn und Grieg heraus. Im selben Jahr hat in Norwegen ihr Album mit den Klavierkonzerten von Chopin in der Bearbeitung für Klavier und Streichquintett das Licht der Welt erblickt.

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